Sa bin ich wieder … die letzten Tage musste ich erstmal arbeiten und 2 Geburtstagsfeiern durchstehen. Nun hab ich wieder etwas Zeit.
Hm.. wo fang ich an? Wir hätten da den Patienten mit Zustand nach Apoplex, Vorwandinfarkt und Demenz. Den Patienten der sich von seiner Tochter hat bequatschen lassen und nun an ein Wunder glaubt, statt den Tatsachen ins Auge zu sehen. Oder meinen „Liebling“ .. Darmkrebsdiagnose und extremes Schamgefühl.
Fangen wir mit meinem Liebling an. Kam zu uns aus der geschlossenen Psychatrie wohin es vor uns mit Psych-KG ging. Ich war die ganze Zeit darauf gespannt, wann ich das erste mal meine Ekelgrenze erreiche. Ich halte sie ja schon für recht hoch und die wird Zwangsweise mit einem Gewohnheitseffekt noch höher werden. Nunja.. Ich hatte am WE Spätschicht und wir wollten ihn umlagern. Der Liebling musste mal geputzt werden… ich sollte es machen. Schutzhose beiseite und besten Blick auf den Darmkrebs. Einen Schliessmuskel hatte der Liebling der Station nicht mehr… Ich merkte wie das aus meinem Gesicht wich. Die Kollegin gab mir die Waschlappen und ich fing an den Hintern bzw. das was davon übrig war zu putzen. Bei anderen Patienten hat mir der Kotgeruch ja nix ausgemacht. Aber bei ihm… urgs.. Der Gestank aus Kot und durch die Krankheiten bedingten Gerüche war wieder was eigenes.
Hilft alles nix. Nase zu und durch. Wir konnten den Liebling davon überzeugen, das es gut für ihn ist das Fenster zu öffnen. Frische Luft ist ja selten was schlechtes. 🙂
Kaum wars Fenster auf setzte bei der Kollegin und mir eine Art Schnappatmung ein. Endlich frische Luft. Die Kollegin durfte dafür die Fusspflege machen. Erstaunlich fand ich, das trotz des Verwahrlosungszustandes der Liebling ein Schamgefühl hatte, was davon abhielt zum Arzt zu gehen. Und das obwohl man vorher ein normal arbeitender Mensch war. Ehepartner und sein Kind leierten das ganze dann mit den Ärzten an. Das Ende kennt ihr. Unsere Station.
Vor ein paar Tagen kam zu uns ein Patient, der wie oben schon beschrieben Apoplex, Vorwandinfarkt und Demenz hat. Da kommen noch ein paar sachen dazu, die sind aber wirklich Kleinigkeiten dagegen. Eines weiß ich.. Wenn ich mal in so eine Lage kommen sollte. Die können mir gerne Sauerstoff ( ich mag das jetzt schon 🙂 ) und Schmerzmittel geben. Aber so vor mich hinsiechen will ich nie. Ich habe kein Problem damit ihn zu putzen oder was auch immer. Nur auf mich übertragen. Ich würds nie wollen.
Dem dritten widme ich mal einen extra Eintrag. Der sollte dann später oder morgen nachrücken.
Bei all dem was ich da Tag für Tag auf Arbeit sehe, höre, rieche … Ich kann schon sagen… Mit all meinen Sinnen wahrnehme, stell ich fest wie behütet man eigentlich selber ist.

Viele wissen das glaube gar nicht zu schätzen.

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