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In letzter Zeit bekomme ich jede Menge Karten von wegen gesellschaftliches Ereigniss wo nen Kinderkopf gebadet wird oder nen Päärchen sich Alteisen aus Kaugummiautomaten an die Finger stöpselt. Das war vor 15, 10 oder gar 5 Jahren noch nicht so das Problem. Es waren tolle Feiern. Man konnte viel quatschen und trinken. Ja. Solche Feste haben was tolles.

Nur sind das inzwischen die Menschen, mit denen ich noch die Schulbank gedrückt habe.  Ich kann mich noch daran erinnern wie ich mit 16 als Oberrebell gesagt habe:“Ich kann alt werden, aber ich möchte nie erwachsen werden“. Und nun steh ich da. Ende Anfang 20 ;).

Kein Kind. Kein Ring aus gezwirbelter Aluminiumfolie. Nen Bruttogehalt von nem Azubi… und Erwachsen.(Die Meinung meiner Mutter bleibt jetzt mal aussen vor :))

Andererseits war ich schonmal verlobt. Ich war jung, verliebt und naiv. Es hat dann nicht geklappt und aus dem angedachten Namenstausch (Ich will meinen Familiennamen übrigens loswerden) wurde nix. Gut? Schlecht?

Jedenfalls sind alle die damals so jung geheiratet haben nun wieder geschieden und alle die damals nicht geheiratet haben nun vergehochzeitet oder es steht in absehbarer Zeit an. Alle ………….außer mir.

Sind solche Gedanken Torschlußpanik?

Ich sitze hier mit meinem Kaffee und schaue in die Tasse auf die hellbraune glatte Oberfläche. Die grüne Innenseite hebt die braunen Kafferinge hervor wie die Altersringe in einem Baumstamm. Jeden Wochentag in den letzten 3,5 Jahren bin ich durch diese Räumlichkeiten gewandert. Mal mit mehr oder weniger guter Laune. Hab geflucht über die Schichtplanung und die Kunden. Hab gelacht mit den Kollegen und Kunden. Ja manchmal sogar mit dem Chef. Aber diese Zeit hat ein Ende. Keine Sprüche mehr von den Kollegen. Die Witze wandelten irgendwo zwischen schlechten Kalauern und echten Highlights mit Köpfchen. Ich nehme einen Schluck von dem Kaffee und überlege ob ich trotz aller guten Vorsätze nochmal in dieses Büro kommen werde. Der Freitag Nachmittag ist diesmal erstaunlich ruhig. Ein Kollege kommt auf mich zu. Er wünscht mir alles gute. Ich lache… sage ich freue mich auf die Zukunft. Auf die Stadt in der ich wohnen werde. Auf die Ausbildung. Trotzdem weht ein Gedanke von Unsicherheit durch meinen Kopf. Ich wische ihn schnell weg.. schiebe ihn auf die Gewohnheit. Die letzten Vorbereitungen für morgen werden getroffen. Ich überlege wie ich meine letzten Stunden in dem Ort hier verbringen kann und wie ich sie verbringen will. Ganz Klar. Das Kaffeemädchen wird meine letzten Stunden zieren. Noch bevor es zuende Gedacht ist ziert ein Lächeln mein Gesicht. Das Kaffeemädchen. Ich denke urplötzlich nur noch an Sie! An all die tollen Dinge die ich mit ihr in der kurzen Zeit erlebt habe. Ihr Mut uns 3 Halunken zu begleiten. Die Tage danach.. Die ersten Stunden allen zu Zweit, der erste Kuss, die erste Nacht. Ich freu mich auf Sie. Sie wird mein Abschied… Und Sie wird mein Neuanfang. Auch wenn ich in einer anderen Stadt lebe. So leicht geb ich mich nicht geschlagen. 🙂

Ich habe heute die ersten Zugvögel wieder auf der Heimkehr gesehen.

Anhand der geschätzten Entfernung von 200-2000Metern und der mich blenden Sonne sahen die Viecher allerdings etwas seltsam aus. Irgendwas zwischen zu groß geratener Libelle und Aasgeier.

Wie dem auch sei…die Temperaturen nähern sich wieder den 2 stelligen PLUSgraden und so wie der Frühling das Jahr zu neuem Leben verhilft, so fühl ich mich mit meinen Zukunftsplänen.

Und bevor diese Hobbyphilosophierei weitergeht.. TSCHÜSS .. Ick geh mich Sonnen…

😯

naja.. vllt doch noch ein paar Tage warten. 🙂

Mein Lebenslauf ließt sich eigentlich mehr oder weniger Gradlinig.
Schule, Ausbildung 1, Praktikum, Ausbildung 2, Arbeiten bis man keinen Bock mehr hat und nun steh ich da, wo ich jetzt bin.
Mit Ende/Anfang 20 ( böse Zungen behaupten es soll nah an der Zahl 30 sein. PFUI! ) stehe ich nun vor Ausbildung Nummer 3!
Viele Fragen ungläubig, warum ich denn so viele gemacht habe und andere geben mir einen Schulterklopfer für den Mut. Wobei ich finde, das dazu kein Mut gehört sondern einfach die Erkenntnis und Überzeugung das zu tun, womit man selber glücklich wird.
Über meine Motivationsgründe hab ich ja hier nun auch schon genug geschrieben und wie ich das so mitbekommen habe, gehöre ich gerade als Mann mit meinen 00011100 Jahren noch eher zum normalen Altersschnitt. Als ich bei dem Einstellungstest war, turnte da auch einer Rum den ich eher als alten 68er eingeschätzt hätte und der im Stand wippte wie Hurvinek. Komischer Kautz. Aber was sagte ich gleich noch??? Was mein ist, ist mein und was dein ist, ist auch mein. „die Erkenntnis und Überzeugung das zu tun, womit man selber glücklich wird“.
Jetzt gibt es aber auch die Zweifler, Neider und sonstige Trolle. „Du schaffst das doch eh nicht. Der Job ist zu hart. In deinem Alter noch lernen wird aber hart.“
Ich denke ich weiß worauf ich mich einlasse und ich weiß das ich es gut machen will.
Noch dazu sehe ich in meinem Alter eher Vorteile in der Ausbildung. Ich bin nicht mehr ganz Weltfremd und hab nun auch schon ein paar Sachen erlebt, die nicht so prickelnd waren. Und wenn ich mir Vorstelle ich hätte mit 17/18 damals die Ausbildung wirklich ( wie sogar mal geplant als Kinderkrankenpfleger ) angefangen. Na holla. Dann hätte ich sie wohl wirklich nicht gepackt. Einfach weil ich damals viel zu lebhaft war. Damals war die Party wichtig und die Freunde. Ich wollte die Welt sehen. Die mag ich jetzt auch noch sehen. Aber mit ganz anderen Augen. .. na gut.. bis auf die Frauen. 😉

Ich habe ja vor kurzem bei mir auf Arbeit gekündigt und dachte ich kann da die letzten paar Tage in meinem Projekt was ich primär betreue abfeiern. Nun ist ja einer der Gründe warum ich gehen will dieser permanente Druck von oben und mein fehlendes Interesse an allem was mit dem Thema da zu tun hat. Klar bringt man seinen Job noch gut zuende, immerhin will ick von denen ja noch nen Zeugnis haben. Heute Morgen habe ich mich auch noch auf die Woche Arbeit gefreut. Das erste mal seit Wochen hab ich ne mehr oder minder geregelte Anfangszeit und am Do und Fr. hätte ich um 14Uhr Feierabend gehabt.

Wie sollte es auch anders kommen. In einem anderen Projekt ist gerade not am Mann und es werden Aushilfen gesucht. Für das Projekt ist vor 3 Tagen erst ein neuer Student eingestellt worden. Wie ich heute mitbekommen habe, hat er gestern wieder um die Aufhebung seines Arbeitsvertrages gebeten. Noch fragen??

Ich wähnte mich ja nun in meiner Rolle recht sicher, keiner wird so doof sein und mich für die letzten 3 Wochen versuchen auf nen anderes Projekt anzulernen. Werden sie nicht.. oder?? … ne halbe Stunde später stand mein Chef vor mir und erklärte uns seinen Plan. Ich solle nun angelernt werden. 😯

Ich fügte mich dann meinem Schicksal, denn ich will ja einfach nur noch die Zeit so gut wie möglich hinter mich bringen und dann da mit wehenden Fahnen verschwinden.  Mein Lernwille bewegt sich irgendwo auf dem Niveau der Teppichkante. Und was mich aufregt ist, das sie vor ein paar Wochen erst die hälfte der Kollegen die für das Projekt gearbeitet haben, gekündigt haben. Auf die Idee da anzurufen und einen von denen zu nehmen, kommen sie natürlich nicht. Kosten sparen!!

Das wars jedenfalls mit Feierabend um 14 Uhr am Donnerstag und Freitag.

Ach und wundert es wen, das ich für nächste Woche, oder gar darüber hinaus, noch gar keinen Schichtplan habe?

Planbarkeit fürs Privatleben wird eh überschätzt.

…. das heute mein letzter Tag ist.

Dafür hab ich Kuchen und Schoki für meine Mädels mit.
Ich seh schon wie bei Ihnen der Zuckerzahn tropft.

Ich kann es noch gar nicht so recht fassen… Die 2 Wochen vergingen wie im Flug. Es gab so viel spannendes und tolles zu lernen und zu erleben. Ich durfte recht schnell für einen Praktikanten auch relativ viel Verantwortung übernehmen. Das Praktikum hat mir vieles gezeigt. Das wichtigste vorneweg. Meine Entscheidung war zu 100% richtig. Auch wenn der Job teilweise echte Knochenarbeit ist. Aber es gibt einem so viel zurück. Wenn die Familienangehörigen einem den Dank ausdrücken. Patienten ( sofern dazu in der Lage ) sich selber bedanken. Oder was ich heute erlebt habe… Das ein Patient nach einem persönlich verlangt. Das gibt einem so viel mehr als den ganzen Tag in 2 Monitore zu glotzen. Es passiert auch so viel witziges 🙂

Das größte Maleur in meinem Praktikum unterlief mir bei der Pflege eines Demenzkranken. Ich habe ihn gewaschen, gereinigt und nachdem sein Bett wieder sauber war schlafen gelegt. Nun wollte ich  noch das Steckbecken säubern… also Toilettenstuhl ins Pflegearbeitszimmer gekarrt und das Steckbecken ausm Stuhl gezogen… Bang! da lag nun der Mist. Steckbecken erstmal ins den Reiniger und Boden schrubben. Kam mir schon ganz schön blöd vor. Nicht wegen dem reinigen.. nur das ich es fallen gelassen habe.
Hilft mir jemand und sagt mir, das es ihm auch schonmal passiert ist?? 😉

Aber zu den tollen Sachen gehörte jedenfalls Braunüle ziehen und Infusion anstecken. Für die meisten Leser ein wahrscheinlich schon tausendfach gemeisterter Handgriff. Für mich auch nicht das erste mal. Nur das erste mal unter so realen Bedingungen. Und bevor einer fragt. Es geschah mit Einverständnis des Patienten und unter Aufsicht einer examinierten Pflegekraft.

Was viele vielleicht auch nicht nachvollziehen können, ist die Bewegung die als Pluspunkt bei mir zählt. Seien es einfache Botengänge für Akten gewesen oder der Bettentausch nach einer Entlassung. Das Patientenbegleiten zu diversen Untersuchungen oder das einfache durch die Zimmer gehen beim Blutzucker messen. Das ständige rumsitzen vorher war ein Graus für mich.

Nachteile? hmm..

Ich warte noch auf ne richtige Grenzerfahrung… und die wird kommen.. da bin ich mir sicher

Allen Leuten denen ich erzähle das ich nochmal eine Ausbildung anfange, nehmen dies zu meiner Überraschung mit einem Staunen auf. Immerhin bin ich ende anfang 20 😉 und es wäre meine dritte. Muttern meint ich pack es nicht, Schwesterherz freut sich ( Danke dir hier für die Unterstützung ) und der Rest wandelt irgendwo zwischen Bewunderung und Kopfschütteln. Nun gibt es viele Gründe warum ich mich für dies Ausbildung entschieden habe.

Punkt 1. Mein jetziger Job macht mir keinen Spass. Zumindest nicht mehr soviel das ich ihn noch 30 Jahre lang weiter machen könnte. Und selbst wenn ich schon 40 Wäre. Dann hätte ich immernoch mein halbes Arbeitleben vor mir und würde mich an die Ausbildung trauen.

Punkt 2. Klingt Idealistisch ist aber wirklich einer meiner Hauptgründe. Welche Rolle hab ich in diesem System. Einen Polizisten oder Arzt braucht man nach seiner Motivation nicht zu fragen. Es gibt 1000. Berufsgruppen die alle mit dem was sie tun dieses System am laufen halten. Vom Busfahrer über den Müllmann bis zum Pfleger im Zoo. Ich habe mir die Frage auch gestellt. Nur die Antwort blieb aus. Und das hat mit der Zeit so genagt, das was passieren musste.

Punkt 3. Ich bin im Ehrenamt beim DRK. Hab Sandienste auf Stadtfesten, Messen und Paraden hinter mir. Ich hab für die Akutbehandlung von nem simplen Blasenpflaster bis zu nem stressigen Sportfest ( kleines Mädel mit Verdacht auf Querschnittslähmung, direkt daneben der Junge mitm Schlüsselbeinbruch und vor der Tür stehen 3RTW, 2NEF und der Oberlollo von der Rettungswache ) dabei da auch schon viel erlebt. Traurige Momente und schöne Momente. Und hey… Es macht Spass.

Die Summe all dessen und noch dazu mein Heimweh haben mich die Bewerbung schreiben lassen. Es war nur eine. Die zu meinem Wunschkrankenhaus. Danach ging es Schlag auf Schlag. Einstellungstest, Vorstellungsgespräch und ich hatte diese „vorbehaltliche“ Zusage. Ich muss jetzt noch ein Pflegepraktikum ablegen. Diese Woche arbeite ich noch „normal“. Dann hab ick 2 Wochen Urlaub. Und in denen mach ich das Praktikum…

…. dann gibts hier auch mehr, was zum Titel passt…. Versprochen!!