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Ich schreibe derzeit recht viel mit der Mo und wir haben uns übers bloggen und den auch befreienden Charakter des ganzen unterhalten.

Ein wichtiges Thema ist nunmal auch der Tod. Der Tod im Krankenhaus ist je nach Station alltäglich und berührt einen ja nun doch mehr oder minder. Jedenfalls aber immer so viel, dass wir danach eine rauchen gehen, nen Kaffee trinken oder einen anderen Ritus nutzen um unseren Job weiterhin professionell machen zu können. Ich hatte dieses Erlebnis bisher erst einmal und hoffe es kommt auch nicht so schnell wieder.

Dieses Gefühl… Wie Mo so schön sagte, zeigt es uns das Mensch sein. Dem tagtäglichen bewusst werden von Leid und der endlichkeit unseres Seins. All das was den meisten Menschen außerhalb der medizinischen Welt verborgen bleibt. Es bleibt aber nicht aus, dass sich all diese Menschen diesem Gefühl stellen müssen. Und man kann nur hoffen, dass Sie dann erkennen was dieses Gefühl bedeutet.

Zitat Mo:

Wertvoll!

Der Stationsalltag läuft… und kaum hat man sich auf einer Station gut eingearbeitet, muss man sie auch schon wieder wechseln. Das ist bei mir allerdings erst übernächste Woche soweit. Wie ihr ja wisst, bin ick derzeit noch auf der Onkologie. Ickedette hier, Ickedette da… Ich renne, kenne meine Aufgaben und komme auch mit den Schwestern gut klar. Habe auch gerade mit einer Dienst, die mir viele Sachen erklärt und wirklich nett ist.

Ebenso vor ein paar Tagen.. Spätdienst. Die Übergabe gestaltet sich lustig und alles ist gut. Die Sonne lacht, ich hab tolle Kolleginnen. Nur die Patienten sind gerade etwas anstrengend.. Aber nix weltbewegendes. Ich nehm so langsam meine Arbeit auf, schau was aufm Kaffeewagen fehlt, die Schwestern fangen ihre Runden an und ich meine mitm Kaffeewagen.. springe aber beim austeilen immer zwischen den Schwestern und der Bimmel hin und her um mal auszuhelfen. Dank der Temperaturen gerade, wollen viele kein Tee oder Kaffee und ick komm fix vorran.  Freue mich schon darüber… habe dann ja immerhin dann mehr Zeit um den Schwestern zu helfen und dabei was zu lernen und nicht mich mit „Kaffee schubsen“ aufzuhalten. In dem einen Zimmer haben wir einen Patienten, bei dem ich wusste das er nix trinken konnte. Da ich mich aber die letzten Tage immer mal um ihn gekümmert wollt ich auch da mal reinschauen.

Die Wärme staute sich wegen der geschlossenen Tür und ich machte sie weit auf, damit einfach mal etwas Luftbewegung ins Zimmer kommt. Geh zu ihm hin und spreche mit ihm. Ich weiß nicht ob er mich hören kann, aber ich rede einfach mal mit ihm. Ich würd es mir auch so wünschen, falls ich mal so da liegen sollte wie er. Er sah nur leider noch schlechter aus als die Tage davor.

Ich nehm vorsichtig seine Hand und greife nach dem Puls… nichts. Hals. Nichts. Atembewegungen des Brustkorbes keine erkennbar.

Ich verlasse ruhig das Zimmer, gehe zur Schwester.. sage ihr Bescheid. Sie meinte ich sollte den Doktor informieren und wie sie es gesagt hatte, kam er gerade um die Ecke gefegt. Ich ihn informiert.. Er bedankte sich und ich fragte ob ich ihm helfen könnte. Er winkte mich heran hinterher zu kommen. Er horchte einmal ab und erklärte mir noch kurz die Totenflecke. Während ich die Strippen von Bett, Perfusor und alles was da noch so rumbandelte löste oder mit ins Bett legte, holte er die Schwester und suchte die Nummer der Ehefrau raus. Wir machten den Patienten fertig für die Ehefrau und während des ganzen erklärte mir die Schwester den Ablauf. Sie sprach auch ruhig und ich erzählte ihr vom auffinden und das dies mein erster Toter sei den ich in meinem Leben sehe. Sie war etwas schockiert und meinte ich könnte jederzeit gehen. Aber ich wollte nicht.. es machte mir auch so nichts aus..  Erst als wir fertig waren fragte ich Sie ob es ok sei, wenn ich mal eine rauchen gehen würde.

Nunja… Beim Rauchen ging mir mal nochmal durch den Kopf, was mir mal eine Freundin gesagt hatte. Es gibt in Krankenhäusern keine Station 13. Weil wenn man über den Patienten redet, sollen es die anderen Patienten ja nicht mitbekommen, das der Patient gestorben ist. Somit.. „verlegt auf Station 13“.
Das ging mir irgendwie immer und immer wieder durch den Kopf.

Ich hoffe mein erster Toter hat nun den Frieden den er verdient und nicht mehr diese unerträglichen Schmerzen wie zum Schluss.

Liegt es an der „beruflichen“ Nähe oder warum geht das mir so an die Nieren?
Da geht man mit jungen Jahren und einigem Idealen  in seinen Traumberuf und wird dann ein Opfer seiner Hilfsbereitschaft?
Mit welcher Strafe hat man denn bitte zu rechnen, wenn man auf mildernde Umstände pochen kann?

Scheisse sowas.

Laut des Amerikanischen Medizinprofessors Ameisen hat er sich in einem Selbstversuch mit Baclofen von seiner Alkoholsucht geheilt. Geheilt lt. Aussage des Professors so, das er nun kein triebhaftes Verlangen mehr nach „seiner“ Droge hat und durchaus 1-2 Glas trinken kann. Ohne das er gleich wieder das Trinken anfängt.  Bisher gab es ja nur den Entzug z.B. mit Distraneurin. Allerdings hatten die Suchtpatienten danach auch immernoch das verlangen bzw. durften ( nach meinem laienhaftem Wissensstand ) danach auch keinen Alkohol mehr anrühren. Sie mussten „trocken“ bleiben.  Alles in Allem jedenfalls ein sehr interessantes Interview über und mit dem Autor des Buches „Das Ende meiner Sucht„.

Lest euch das Interview mal durch und danach würde mich mal sehr eure Meinung interessieren. Egal ob ihr Laie, Suchttherapeut oder Arzt seid.

via Onipepper und Albotas

Heute Nacht hat Ulf was getwittert, was ich ziemlich nachdenklich fand…

Ulf: Patientin ist nur wenig älter als ich. #Drogen ->Hepatitis C plus #Alkohol = #Leberzirrhose. Unklar, ob sie dieses Jahr überleben wird…

Ich weiß nicht wie alt Ulf ist.. Ich bin jetzt 28. Was ich aber weiß, ist das solche Kandidaten hier auch rumrennen ( obwohl ich das bisher nur ehrenamtlich mache ) …

Bisher habe ich die Meinung vertreten ..“Ich arbeite ehrenamtlich beim DRK und ein anderer Verein bekommt noch ne ~60€ Spende im Jahr…. das ist sozial genug.“

Genauso halten es die Freunde aus meine Bekanntenkreis, die Soziale Arbeit studieren, im Rettungswesen arbeiten oder Kranken-, Altenpfleger sind.

Doch manchmal frage ich mich … Ist das soziales Engagement genug, oder ist das nur der berühmte Tropfen auf den heissen Stein?

Sollte ich vielleicht mein Engagement auf DickePandasImUrwald und so eine Baumrindenknusperunion ausweiten um Natur, Tier und Mensch abzudecken??

Wo fängt Sozialität an und wo hört die sogenannte Nächstenliebe auf?

So.. ab Montag beginnt für mich zumindest in kleiner Form der Ernst des Pflegealltags.

Um 9 soll ich bei der PDL auf der Matte stehen und dann gehts los. Klamottenausgabe, dann werde ich dem Pflegepersonal vorgestellt und es wird mit sicherheit erstmal ein bisschen an das Spielchen „Ball zuwerfen, Namen sagen“ erinnern.  Von der PDL habe ich vor Beginn des Praktikums auch einen Zettel bekommen, was mich alles so für Aufgaben erwarten. Ich kann mir zwar nicht so recht vorstellen, das ich die Patienten schon eigenmächtig für Untersuchungen auf andere Stationen begleite, dafür werd ich wohl ne Menge Tee kochen.

Mächtig Respekt hab ich vor der Aufgabe einen Patienten zu waschen.  Da hab ich so gar keine Vorstellung, was da auf mich zu kommt. Immerhin gehts da ja um die Intimsphäre die man nicht verletzten möchte.

Die Station wurde mir damals auch schon mitgeteilt. Es geht für die 2 Wochen auf die Gefäßchirurgie. Gibt es da so typische vorkomnisse auf die ich mich vorbereiten könnte? Gibt es Fachjargon den ich zumindest mal durchlesen könnte um etwas von dem zu verstehen, was die bei der Patientenübergabe dann erzählen. Kann es passieren, das auf den Stationen ne gewisse Sterberate herscht?

Noch bin ich die Ruhe selbst… Aber für Montag morgen übernehme ich keine Garantie!!!