Angekommen!

Ein Wohnortwechsel bringt ja immer so einiges mit sich. Ein neuer lokaler Freundeskreis muss gefunden werden. Vereine in denen man seinen Hobbys nachgehen kann. Man braucht Zeit um sich da wo man ist auch zuhause zu fühlen. Erfahrungsgemäß dauert das ca. 1 Jahr. Ist zumindestens bei mir so.  Problematischer wird es da schon noch, wenn auch noch ein Berufswechsel und ein finanzieller „Abstieg“ hinter stehen.

Aber Icke wäre nicht nich ick ( … moment.. das hab ich doch schonmal gehört?? … ) … wenn ich das nicht trotzdem packen würde. Man sieht die Dinge mit etwas Erfahrung und Abstand ja meistens eh klarer. Der Ausbildungsbetrieb ist doch nicht das gelbe vom Ei (was nicht heißen soll, das er total schlecht ist), der Idealismus ist auch etwas verpufft und das erste Motivationsloch ist überwunden.

Trotzalledem fehlt immer noch etwas. Man hat eine innere Unruhe in sich.  Die Zeit fliegt vorbei und das Leben um einen herum ist inzwischen bei einem Tempo angekommen, das man es kaum noch greifen kann in Geissel seiner Verpflichtungen. Aber irgendwann ist es dann da… Dieses Gefühl…

Ich mag dieses Gefühl des angekommen seins. Kein Kampf mehr mit sich selber um sich über die ersten quälenden Tage des Alleinseins zu schleppen. Keine trauernden Vergangenheitsphantasien das man es vielleicht doch nicht hätte tun sollen mit dem Neuanfang.  Das Leben ist jetzt und hier… UND HIER bin Ick.

Soweit erstmal kurz von mir

Ich wünsche euch auch allen dieses Gefühl des „angekommen seins“ … wo auch immer es euch hintreibt!

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Nun bin ick fast ein ganzes Jahr dabei und habe diverse Prüfungen geschrieben oder auch im praktischen schon hinter mir. Ich ziehe erste Vergleiche, bekomme erste Motivationslöcher. Entdecke Dinge die in meinem alten Job besser waren und was wohl nicht ausbleibt, die Reflexion auf den Schritt nochmal eine Ausbildung zu machen und sein altes Berufsleben hinter sich zu lassen.

Angestoßen wurden die Gedanken von so einigen Leuten in meinem Umfeld, die ich halt aus meinem Informatikerdasein noch kenne und welche die mich erst danach kennengelernt haben. 2 verschiedene Ansichten.

Es bleibt aber eine Frage im Raum… -Was denk ich mir dabei??-

Nunja… Das Umfeld des Informatikerjobs lag klar auf der Hand… geregelte Arbeitszeiten, lockeres aber Karriereunfreundliches Umfeld, einen schlechten Witz von Gehalt und Kollegen denen es irgendwie an Überblick fehlte und Kunden die zu 90% …. -ZENSUR-!

Im Krankenhaus arbeiten dagegen hat ja nun auch seine Vor- und Nachteile.
Die Menschen sind dankbarer ( Ich weiß ihr seht das anders, aber macht mal meinen alten Job ). Man hat mehr Bewegung und mein persönliches Interesse an Medizin wird auch gestillt. Der Schichtdienst lässt einen Biorythmus nicht mehr zu und nur der Blick auf den Kalender verrät dir ob Dienstag oder Ostern ist.

Ich kenne inzwischen beide Seiten und muss sagen… Es war die richtige Entscheidung! Der Job macht mal mehr oder weniger Spass.. je nach Station. Aber egal wo, es ist immer besser als mein alter Job. Es macht Spass mit den Menschen zu reden, ihnen helfen zu können und sich aber auch mal über den ein oder anderen aufzuregen. Trotzalledem macht der Job mir richtig Spass.

Das war übrigens einer der Hauptgründe für den Jobwechsel. Keinen Spass mehr an der Arbeit, die ohne Perspektive ist und man sich morgens schon hinquälen muss. Und nun….?

Ich freue mich morgens auf die Arbeit, bin aber auch glücklich, wenn ich Feierabend habe. Einfach aus dem Gefühl heraus ein Stückchen mehr dafür getan zu haben den Patienten nen Gefühl der Besserung zu vermitteln.  Nennt es Idealismus… aber ohne den… würd ich kein Patient sein wollen.

Die richtige Wahl! … auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist 😉

Habe letztens eine Interessante Doku über uns Pflegerlein auf Youtube gefunden. Eine der besten Aussagen für mich: Wir sind unterbezahlt, aber ich würde auch nicht wollen, das der Job besser bezahlt werden würde da sonst viele Leute den Beruf nur des Geldes wegen machen würden. Da stehe ich irgendwie voll dahinter. Auch wenn mir ein paar Taler mehr schon ganz recht wären 🙂 Aber so ist das, …

Was meint ihr? Hat die Doku es getroffen? Immerhin haben die sich ja nun echt heftige Stationen rausgesucht.

Hab ich die Tage auf einem Blog entdeckt…

War mir bis dahin ziemlich unbekannt.. kennt den jemand von euch?

http://www.sickcore.de/

Jedenfalls habe ich unter diesem Beitrag folgendes Video gefunden…

Ich find es sehenswert 😀

Super Sexy CPR

(Ich habe leider keine Ahnung, wie man ein Vimeo-Video hier einfügt.. verzeiht mir deshalb bitte den profanen Link)

Ick schreib auch mal wieder 🙂

Morgen ist nun der letzte Tag meines Urlaubes…. Wie? ihr hattet noch keinen dieses Jahr? Anfänger! 😉

Die letzten 2 Wochen waren bei mir geprägt von rumoxidieren, faullenzen, Chili statt Kartoffelsalat zu Weihnachten, ein bissel rumgeschlitter um Silvester rum und mich all den Dingen widmen die sonst zu kurz kommen. Also faullenzen und rumoxidieren. Jedenfalls Kräfte sammeln fürs nächste halbe Jahr. Bis zum nächsten Urlaub.

Als nächstes steht erstmal wieder Schule an und das Highlight des nächsten Quartals ist mein Einsatz auf der Neugeborenenstation. Was ich da groß soll außer Namensschilder vertauschen ist mir zwar noch nicht ganz klar, trotzdem werde ich mich auch dem ganzen stellen. Viele beneiden mich um den Einsatz dort. Vor allem die weiblichen Protagonistinnen in diesem Konstrukt was sich Ausbildung nennt. Trotzdem wünschte ich, die 4 Wochen wären nochmal auf der Unfallchirurgie. Da habe ich irgendwie einen Narren dran gefressen. Muss am Kollegium gelegen haben. Die Arbeit war zwar auch spannend… nicht ganz das was ich mir mit Intensiv und Co. als Ziel vorgestellt habe. Aber es hat Spass gemacht und wie gesagt.. Die Kollegen waren super.

Aber zurück zum Thema… Leider fehlt mir durch das ganze rumoxidieren die Zeit zum Blogs lesen. Ich würde gerne mal wieder und vor allem dauerhaft die Zeit dafür finden. Nur war sie mir irgendwie nicht vergönnt. Ich hab schon immer nen schlechtes Gewissen, wenn ich hier länger als ne Woche nix poste.

Nun habt ihr mal wieder nen Stand meiner Dinge und ich muss immernoch sagen. Für mich war es die richtige Entscheidung.

Auf Bald von mir 🙂

Morgen kommt ein neuer Film in wohl eher ausgesuchte Indipendent-Kinos ins Programm. Es geht um Musikterroristen. Klingt für Nicht-Filmfreunde wohl eher unspannend. Aber für uns Medics ist auch was dabei.

Wer mal einen Blick reinwerfen will… einmal kurz das Video anschauen. Also mein OP-Besuch war nicht ganz so ….. Klangvoll.

Das fragt man bei den üblichen Kaffeerunden, oder wie auch immer sie auf Station genannt werden.  Genauso kommt man sich aber auch vor bei den Spritzen. Egal ob nun Clexane oder Insulin. Bauch oder Oberschenkel? Ich glaube das nächste mal frage ich nach Speck oder Keule.

Jedenfalls hatte ich das heute auch wieder. Diesmal allerdings mit unserer Stationsleitung daneben. Durfte dann auch noch ein bissel was erklären dazu und das ganze endete dann in der bestandenen Prüfung fürs Spritzen.

Ab sofort darf ick nun Spritzen ohne groß zu fragen oder ne Schwester zu holen.

Bald gehör ick zu den Großen … 😛

Mein Praxiseinsatz neigt sich langsam dem Ende entgegen, bevor es über die Feiertage in den Urlaub geht. Ich gehöre wohl zu der Sorte Mensch, die zwar gerne über Weihnachten arbeiten würden, jedoch „Zwangsurlaub“ durch den Schulungsträger vorgeschrieben bekommen.

Aber das worum es hier eigentlich geht, ist die Tatsache, das ich bei einer OP mit dabei war. Und ick fand es Klasse! Ich hätt wohl auch am OTA ( für das nichtmedizinische Puplikum -> Operationstechnischer Assistent ) Spaß gefunden. Eigentlich ging alles ganz flott, Station gefragt.. sagt ja.. Pat. gefragt. Sagt och ja. Und da der Doktor gerade nicht da war .. Ihn auch gefragt! Es gibt ja Telefon. 😉

Allesamt japp… OP fing zwar zum Feierabend an, das hat mich aber mal nicht stören sollen. Wie oft hat man denn schon die Möglichkeit dazu. Es war eine Patellasehnenruptur.

Der Arzt der mich mitgenommen hat, zeigte mir vor der OP das seine größte Sorge war, das ich stehenbleibe. …
Hätte gerne auch mal die Kniescheibe oder so in die Hand genommen um mal zu sehen wie sich sowas ohne den Hautmantel anfühlt. Das wäre aber wohl auch zuviel des Guten gewesen. Dann hätt ick mich ja erst waschen, desinfizieren und sonstige Dinge anstellen müssen um überaupt nur in Reichweite des OP-Tisches zu gelangen. War aber auch aus 1-2 Metern Entfernung ganz spannend da zuzusehen. Knie aufgeklappt und das flaue Gefühl aus dem Magen verschwand relativ schnell nach den ersten 3 Schnitten.

Besonders schön fand Ick die Kreuzbandkontrolle auf Sicht!!! Das offene Knie wurde einfach mal angehoben um zu sehen wie es in dem Gelenk aussieht. Naja.. Der Doc wird schon wissen was er da tut.

Und das es im OP zugeht wie beim Hagebaumarkt in der Probierecke war mir ja auch schon bekannt. Aber so? Schraube rein, Schraube raus. Bissel hier noch gemeisselt, bissel hier noch gesägt. Die Ärzte stecken fast bis zum Handgelenk im Bein.

Ende vom Lied war eine Plattenostheosynthese mit Cerclage und 2 Schrauben im Bein! Die wunde wird innerlich zugenäht, dann getackert und ick hatte ja gehofft die Klammern ziehen zu können. Allerdings geht die Patientin in eineinhalb Wochen mit Gips nach Hause und da sind die Klammern noch drin.

Ich glaube ich Opfer nochmal nen bissel Freizeit für ne OP 🙂

Dann aber hoffentlich mit nem Arzt der nen bissel mehr erzählt.

 

Und übrigens.. Ich bin stehengeblieben 🙂

Also….Ick mach ja ne Menge mit.. aber wieso sind Menschen, auch wenn sie krank sind, nichtmal dazu in der Lage mal so einfache Umgangsformen wie „Bitte“ und „Danke“ zu verwenden?

Und dann bekommt man statt einem „Machen Sie doch mal bitte die Fenster auf.“ nur ein „Fenster“ mit Fingerzeig zugeblufft.

 

Also ick könnt ja manchmal diese Patienten „$§%“$&““$&%“&“.

… kennt und hatte wohl schon jeder.

Was schlechtes gegessen oder irgendwas nicht vertragen.. BUMM! sitzt man auf der Schüssel.

Andere machen Wortwitze draus wie Flitzekacke und Sprühwurst.

Aber hattet ihr mal nen Patienten mit Logorrhoe?
Wir hatten vor einigen Wochen so einen Patienten bei uns. Morgens waschen war schon superanstrengend. Stellt euch vor ihr müsst jemandem zuhören der redet ohne pause und unterlass und in einer Lautstärke die knapp unterm Brüllen liegt. Das ganze dann noch relativ verwaschen und in einem Tempo, das es gerade noch reicht um ihn zu verstehen.  Also nach einer halben Stunde klingeln euch dermaßen die Ohren.

Es gibt wirklich Patienten da ist man froh drüber, wenn sie weg sind. Auch wenn es mir bei ihm leid tut. Er kann ja nix dafür. :/