Der Stationsalltag läuft… und kaum hat man sich auf einer Station gut eingearbeitet, muss man sie auch schon wieder wechseln. Das ist bei mir allerdings erst übernächste Woche soweit. Wie ihr ja wisst, bin ick derzeit noch auf der Onkologie. Ickedette hier, Ickedette da… Ich renne, kenne meine Aufgaben und komme auch mit den Schwestern gut klar. Habe auch gerade mit einer Dienst, die mir viele Sachen erklärt und wirklich nett ist.

Ebenso vor ein paar Tagen.. Spätdienst. Die Übergabe gestaltet sich lustig und alles ist gut. Die Sonne lacht, ich hab tolle Kolleginnen. Nur die Patienten sind gerade etwas anstrengend.. Aber nix weltbewegendes. Ich nehm so langsam meine Arbeit auf, schau was aufm Kaffeewagen fehlt, die Schwestern fangen ihre Runden an und ich meine mitm Kaffeewagen.. springe aber beim austeilen immer zwischen den Schwestern und der Bimmel hin und her um mal auszuhelfen. Dank der Temperaturen gerade, wollen viele kein Tee oder Kaffee und ick komm fix vorran.  Freue mich schon darüber… habe dann ja immerhin dann mehr Zeit um den Schwestern zu helfen und dabei was zu lernen und nicht mich mit „Kaffee schubsen“ aufzuhalten. In dem einen Zimmer haben wir einen Patienten, bei dem ich wusste das er nix trinken konnte. Da ich mich aber die letzten Tage immer mal um ihn gekümmert wollt ich auch da mal reinschauen.

Die Wärme staute sich wegen der geschlossenen Tür und ich machte sie weit auf, damit einfach mal etwas Luftbewegung ins Zimmer kommt. Geh zu ihm hin und spreche mit ihm. Ich weiß nicht ob er mich hören kann, aber ich rede einfach mal mit ihm. Ich würd es mir auch so wünschen, falls ich mal so da liegen sollte wie er. Er sah nur leider noch schlechter aus als die Tage davor.

Ich nehm vorsichtig seine Hand und greife nach dem Puls… nichts. Hals. Nichts. Atembewegungen des Brustkorbes keine erkennbar.

Ich verlasse ruhig das Zimmer, gehe zur Schwester.. sage ihr Bescheid. Sie meinte ich sollte den Doktor informieren und wie sie es gesagt hatte, kam er gerade um die Ecke gefegt. Ich ihn informiert.. Er bedankte sich und ich fragte ob ich ihm helfen könnte. Er winkte mich heran hinterher zu kommen. Er horchte einmal ab und erklärte mir noch kurz die Totenflecke. Während ich die Strippen von Bett, Perfusor und alles was da noch so rumbandelte löste oder mit ins Bett legte, holte er die Schwester und suchte die Nummer der Ehefrau raus. Wir machten den Patienten fertig für die Ehefrau und während des ganzen erklärte mir die Schwester den Ablauf. Sie sprach auch ruhig und ich erzählte ihr vom auffinden und das dies mein erster Toter sei den ich in meinem Leben sehe. Sie war etwas schockiert und meinte ich könnte jederzeit gehen. Aber ich wollte nicht.. es machte mir auch so nichts aus..  Erst als wir fertig waren fragte ich Sie ob es ok sei, wenn ich mal eine rauchen gehen würde.

Nunja… Beim Rauchen ging mir mal nochmal durch den Kopf, was mir mal eine Freundin gesagt hatte. Es gibt in Krankenhäusern keine Station 13. Weil wenn man über den Patienten redet, sollen es die anderen Patienten ja nicht mitbekommen, das der Patient gestorben ist. Somit.. „verlegt auf Station 13″.
Das ging mir irgendwie immer und immer wieder durch den Kopf.

Ich hoffe mein erster Toter hat nun den Frieden den er verdient und nicht mehr diese unerträglichen Schmerzen wie zum Schluss.

Heut war es mal wieder soweit…

Klingel hier, Bimmel da… und man läuft …. läuft … läuft ….. in Gedanken kommt man sich vor wie Haile Gebrselassie. Nunja.. mich hat mal interessiert, was man als Pfleger nun so läuft. Immerhin war ick ja in meinem alten Job mehr oder minder an den Bürostuhl gefesselt und war froh über jeden Meter den ick laufen konnte. Ick hab kurz mal Onkel Google befragt und es gab einen Radiosender die das auch mal Wissen wollten. Bei dem Sender KW (Königs Wusterhausen) haben sie einer Schwester mal einen Schrittzähler an den Schlüpper geklemmt und mal 5 Tage gemessen. Ergebnis:

31,28 km!

Quelle: Sender KW


Es ist heiter zu sehen, wie die Patienten sich darüber den Kopf zerbrechen, wenn sie eine „männliche Schwester“ .. und sei es nur ein Azubi vor sich haben. Man sieht es ihnen förmlich an wie es ihn ihnen grübelt.. was sag ich nun… nur Ickedette… Herr Ickedette geht ja nicht, weil ick absichtlich mein Namensschild rangeknipst habe wo der Nachname gekürzelt ist auf einen Buchstaben und dann der Punkt ihn abschneidet. Aber duzen passt den älteren Herrschaften ja nicht so in den Kram von wegen Knigge. Wieder andere belassen es bei einem „Herr Pfleger„. Es gibt sogar die Kundschaft, die dann so perplex ist und gar nix zustande bringt was man als Anrede deuten könnte und nur noch fragen, sagen, bitten.

Ist das bei euch auch so auffällig, das die Patienten da so ins Rudern kommen?

Und falls mich nen Patient wirklich fragt wie er mich denn anreden kann… Ick hab mein Namensschild immer vorbildlich dran. Ich lese ihnen es dann vor :)

Ich hatte ja von den Schwestern berichtet, bei denen ick nix machen darf und eigentlich nur für Handlangerarbeiten gut genug gewesen bin. Heute hatte ich mit einer von denen Dienst und die andere habe ich ebenfalls so eingeschätzt, weil sie immer sehr genau und penibel aufgetreten ist. Es fing auch an wie erwartet. Waschen, Putzen, Kaffee austeilen.. war ja schonmal ganz froh ne Salbeilösung machen zu dürfen. Dann aber zum Schluss kam die Frau etwas aus sich raus und fragte, was ich denn so könnte. Stixen, RR … alles kein Thema… dann fragte sich mich ob ich schonmal nen Abbocath gezogen hätte.. konnte ich mit stolzer Brust auch bejahen…

So kam es nunmal dazu, das ich 2 Abbocaths ziehen durfte und später ging es halt zum Stixen… Hatte ja mein Praktikum auf der Diabetologie .. also wenn ick was kann.. dann BZ messen… Blind.. gegen den Wind :P

Das absolute Highlight war dann aber… Wir hatten nen Patienten, der ne Spritze brauchte… Sie fragte mich, ob ich das schonmal gemacht hätte..  Antwort diesmal LEIDER nö.. bisher hat sie mich ja alles selber machen lassen, was ich schonmal gemacht hatte. Naja.. sie ging mit mir zum Patienten.. gab mir Spritze und Tupfer.. Erklärte mir wirklich ruhig und sachlich, das wie und wo…

TADAAAAA .. die erste Spritze s.c. verabreicht :)

Patient hat auch überlebt, ick stolz wie Bolle…

ihr braucht nicht weiter Klatschen… Autogrammkarten gibt es später

Ich hab mir ernsthaft vorgenommen öfter was zu schreiben…  WIRKLICH!!

Nur leider passierte nicht ganz so viel spannendes in letzter Zeit.. Aber ich hab gesammelt.

Nur wo fängt man da jetzt an? Der Schwester der man zu einem Jobwechsel raten möchte? Das Geld was man zugesteckt bekommt?

Ich fang erstmal mit dem Arbeitstempo an, mit dem ich arbeite.

Da komm ick halt als Azubi auf die Station und je nach dem, mit welcher Schwester ich unterwegs bin, darf ich viel mitmachen oder nur Handlangertätigkeiten ausführen. Bei manchen Schwestern werde ich wirklich mal angelernt. Die sagen mir was ich falsch mache, was schneller geht und sagen mir auch mal ich darf dies oder das tun, was ich eigentlich noch nicht dürfte. So macht die arbeit Spass.. es geht vorwärts und man lernt auch was dabei. Fragen werden von diesen selbstverständlich auch beantwortet. Wenn ich natürlich nur die Praktitkantenarbeiten machen darf, nehm ich mir für die halt Zeit. Bei denen darf ich nichtmal Blutdruck messen. Tja.. und was soll ich tun in 8h wenn ich nur Essen austeile, Teerunden fahre, Kartons auspacke und Patienten die Windeln wechsel. Das ist kein lernen das ist reine Bequemlichkeit der Schwestern damit sie ihre ungeliebten arbeiten nicht machen müssen. Ich bin mit der Station eigentlich alles in allem sehr zufrieden, ich kann viel lernen und bis auf 1-2 Schwestern sind die meisten auch recht in Ordnung und wie oben beschrieben  lerne ich auch was. Nun war ich aber mit einer unterwegs da war ich kurz davor was zu sagen. Ich weiß ich bin weder ausgelernt noch kann ich sonderlich viel fachliches von mir geben. Hab ja schliesslich gerade angefangen. Aber wie die mit Patienten umgeht, das hat für mich mit Pflege nicht mehr viel zu tun. Das ist mehr ein Umgang mit Fleischbergen die mehr oder minder autark sind. Einer Patienten mit der ich mich gut verstanden habe, hat sie den Vollbesitz ihre geistigen Fähigkeiten abgesprochen und ne demente Dame wurde beim umlagern so durch die Luft gewirbelt, das die ödemischen!!! Arme regelrecht geflogen sind. Ich habe still in mich mit dem Kopf geschüttelt. Ich habe später auch einem befreundetem Krankenpfleger das erzählt und der war auch regelrecht entsetzt. Nur was soll man damit machen? Beschweren? Oder wegen der Probezeit Augen zu und sich denken, das 8h auch vorbei gehen? Naja.. damit hab ich jedenfalls ne ganze weile rumgegrübelt. Genauso wie mit dem Geld was man zugesteckt bekommt. Klar ist.. man darf nix annehmen weil Bevorzugung der Patienten und so. Habe bisher auch immer alles abgegeben. Was aber nun, wenn man das auch den Angehörigen oder den Patienten auch so sagt.. auch das man das Geld sonst in der Schwesternkasse abgibt die das aber für einen persönlich bestimmt sehen wollen? Abgeben? Behalten? gar nicht erst Annehmen?

So… das solls erstmal wieder gewesen sein..

Und ich nehme mir wirklich, wirklich, wirklich vor mehr zu schreiben :)

Heute war der erste Tag ohne anleitenden Schüler auf Station und die erste Hiobsbotschaft war, das meine Praxisanleiter nicht da sind. Mal eben beide krank geworden. Naja… egal. Bin ja flexibel.. lauf ick einfach bei ner anderen Schwester mit. Kost mich ja nix. Wie gesagt.. bin ja flexibel.

Nächste Überraschung, diesmal positiv. 44 Betten davon 25 belegt und die Nachtschwestern haben alle bis auf eine Patienten schon versorgt. Der einen Patientin hab ick mich dann später zugewand, da sie gleich morgens zu einer Untersuchung musste. Das einzige was ich über sie wusste, war ihre Hemiplegie.  Nunja.. hab ihr beim waschen geholfen und da wir heute ja eh so ne schwache Auslastung haben, konnt ick mir auch Zeit nehmen.

Worauf ick eigentlich hinaus wollte .. Bei der Übergabe an den Spätdienst fiel mir auf, das ich mir nen „P“ bei ihr angemerkt hatte. Ich überlegte und dann kam wieder das Übergabegespräch vom bevor-ich-wach-bin in den Kopf.

Privatversichert ist die gute Frau … Auf dem nach Hause weg überlegte ich ob ich anders gehandelt habe… besonders auf sie eingegangen bin. Schlicht und ergreifend .. NÖ! Mensch ist Mensch und mir kann es egal sein. Ich hatte die Zeit.. ich hab sie mir genommen. Und ick würde es wieder tun. Dafür wurde ick heute von den Patienten auch gelobt. :) … Meistens wenn es darum ging das der Tastsinn gefragt wurde. Rücken einsalben bei ner Strahlenpatientin… „Das machen sie aber gut“… Rücken schubbern bei nem alteren Herrn … „endlich mal einer der das kann“ … usw..

Und die Ärztin wollte, das ick MO spritze … Tja.. NÖ!

Naja.. mal sehen was mir noch so passiert..

Soviel erstmal vom ersten Tag auf Station.. Ick leg mich nun schlafen..

Nein.. ick höre nicht auf.

Aber heute war die gefühlte 47te Klausur dran und ick komme endlich mal wieder zu anderen Dingen ausser Lernen und Präsentationen vorbereiten. Nunja.. einziger Wehrmutstropfen.. die Klausur ging ganz schön daneben.

Dafür ist die nächste Klausur erst in 5 Wochen dran und bis dahin nix ausser arbeiten.

Und da mein Haushalt in der Zeit des Lernens etwas gelitten hat, mach ick jetzt erstmal Grundordnung und danach baller ick in irgendeinem Spiel wild um mich!

Hat von euch eigentlich noch jemand ne Kreuzkiste xBox360?

Und zur Belohnung  geh ick heute Abend wohl mal ins Kino.

Es gibt viele Gründe warum ich blogge. Da wären zu einem meine lange Bloglesezeit davor und ich wollte gerne meine Zeit und den Umschwung von einem Beruf der ja nun eigentlich nicht als Kontaktfreudig gilt auf eine ernste, witzige und schräg betrachtende Weise dokumentieren. Es gab auch viele Blogbeiträge die mich dazu Motiviert haben diesen Schritt überhaupt zu gehen.

Nun hab ick heute mal aufgrund des schwülen Nachtwetters mal Zeit gefunden ein paar Blogs durchzublicken und was muss ick sehen?

Intensivling hat aufgehört!

Ick war schon etwas sprachlos! Einer meiner Lieblingsblogs ist nun still.

Ich wünsche dem Intensivling einen wunderbaren Start für seine neuen Ziele und möchte Danke sagen. Auch er war ein Grund für meine Entscheidung diesen Beruf zu ergreifen. Ohne diese Einblicke wäre ick wohl viel zu Blauäugig rangegangen.

Ich respektiere deine Entscheidung.

Danke nochmals und viel Erfolg bei allem was sich dir in Zukunft an Herausforderungen bieten mag.

trauernd…

Ickedette

Es gibt ja ne Menge toller Medikamente die gegen alles mögliche helfen.

Früher nannten wir Diuretika nur Piss-Fix und ähnliches.

Ebenso lässt sich mit der deutschen Sprache auch ne Menge blödsinn anstellen. Eine Dozentin von uns war jedenfalls ganz groß da drin und erfand in ihrer Stunde halt Wörter wie „Querfeldbeet“.

Ebenso manche Versprecher sind recht lustig. Wir probten gerade für unsere Präsentation und anstatt Axel ( der nen Doc mimt ) Antibiotika sagt, verhaspelt er sich und erfand etwas gänzlich neues. Etwas, was man eigentlich in rauhen Mengen sofort herstellen müsste.

Antiidiotika

Wie seht ihr das?

Ich würde auch mithelfen es in die Trinkwasserversorgung einzuspeisen!

Dafür war der restliche Tag seltsam…

Erst kommt man sich vor wie der letzte Idiot … und das zurecht . Hat ein schlechtes Gewissen und weiß nicht so recht wohin mit den Gedanken. Man möchte die Zeit zurück drehen und die Entscheidung gleich konsequent und richtig machen. Und später wird der Tag noch mit 2 guten Nachrichten gespickt. Was soll man von solchen Tagen halten.

Sind sie gut?

Sind sie schlecht?

Die guten Nachrichten jedenfalls..

1. Klausur wiederbekommen …  Es ist ne 2 geworden und ganze 1,5Punkte ( von machbaren 56 ) an der 1 vorbeigeschrammt.

2. Ich hatte heute meinen Besuch beim Betriebsdoc… Und nach meiner ersten Impfung seit ’98 laut Impfbuch bin ick nun auch gegen Hep A+B wieder fit für die Station. Mit wehenden Fahnen bestanden. Hätt ick nicht gedacht.

Bleibt als letztes Hinderniss nur noch die Probezeit zu bestehen …